21. März 2026
Merkwürdig, wie manchmal die aktuellen Dinge unseren Spielplan berühren... wir proben seit etwa zwei Monaten mit dem Puppenspiel vom Fischer Hein und seiner Frau Ilsebill. Jeder kennt das Märchen, das die Brüder Grimm eines Tages in ihre legendäre Märchensammlung integriert haben. Nun versuchen wir natürlich auch immer einen aktuellen Bezug zum eigenen Verhalten herzustellen und dabei kam uns die Idee, dass man durchaus diese Figuren auf die Verhaltensweisen der Figuren des Weltgeschehens übertragen kann.
Da fällt einem zunächst die Ilsebill auf, die mit immer unverschämteren Forderungen und quasi hemmungslos ihren Bedürfnissen Ausdruck verleiht und in kindlich- naiver Weise ohne Rücksichtnahme auf die Umgebung, also auch auf ihre Mitmenschen oder ihren Mann, den Hein hysterisch rumschreit und fordert, unzufrieden ist und immer mehr will. Sie schert sich nicht um Konventionen, die annehmbare momentane und komfortable Situation ist ihr zu "billig" und nur sie ist in der Lage, zu wissen, was gut für sie und die Welt ist. Andere scheren sie einen Dreck.
Toppen könnte sie dieses beinahe unerträgliche Verhalten nur, wenn sie sich vor der Kasse im Supermarkt auf den Boden schmeißt und lauthals kreischt, dass einem die Ohren schmerzlich dröhnen, weil sie die Packung Chips nicht bekommt, die für sie zu hoch und unerreichbar im Kassenbereich steht und Mama "Nein" gesagt hat. Nach gefühlten 30 Minuten Alarmsirenen im Supermarkt will Mama die Situation beenden und greift schließlich zur Packung und legt sie aufs Kassenband. Die Alarmsirene erstummt augenblicklich, der Rotz an der Nase der Ilsebill wird mit dem Ärmel abgewischt, ein abschließender Schluchzer folgt und schon wandert der Blick auf andere Dinge im Kassenbereich. Kommt das irgendjemandem bekannt vor?
Ja, aus der Tagesschau vielleicht, wenn z.B. der mächtigste Mensch dieser Welt nach dem Anzetteln eines nicht völkerrechtlich legitimierten oder mandatierten Angriffskriegs die Kontrolle verliert und merkt, dass er doch nicht so omnipotent ist, wie er sich in seiner Wahrnehmung bisher fühlte? Oder die neben ihm (bzw. die aus seiner Sicht weit unter ihm) stehenden zur Hilfe auffordert, um sich dann wahrscheinlich wieder in sein Kinderzimmer zurückziehen zu können, den nächsten Coup ausheckt und wieder ein Feuer anzündet und die Anderen machen lassen, was er verbockt hat.
Die Rolle des Hein indes ist wahrscheinlich mit vielen Personen des Weltgeschehens vergleichbar. Da wäre zunächst die Melania. Sie tritt jedoch so unbedeutend in Erscheinung, dass ihr ein nahestehendes Filmunternehmen eine eigene Dokumentation widmen muss, um sie ins Rampenlicht zu stellen. Aber Fehlanzeige- sie ist dermaßen unterbedeutsam, dass selbst dieses aufwändig und teuer in die Kinos gebrachte Werk floppt und kaum ein Mensch auf dieser Welt diese Person zur Kenntnis nehmen möchte. Die Aufmerksamkeit ist allein auf ihren Mann fokussiert, der sie stets wie ein kleines Mädchen am Händchen führend die Weltöffentlichkeit an jedem Tag mit einer neuen konventionsbrechenden Katastrophe entsetzt. Also so richtig passt Heins Rolle nicht auf die First Lady.
Alternativ könnte man mit der Chefin Ursula kokettieren, die aber auch eher hilflos, dafür bedacht und rational versucht, "ihr Ding" zu machen aber stets nur reagieren kann. Die Ereignisse überschlagen sich, nach den ersten Überraschungen folgen weitere und nach etwa 1000 Brüchen von bisher selbstverständlichen und strukturrelevanten Tatsachen versucht sie notgedrungen, sich auf den eigenen Teller mit der eigenen Ursprungs-Familie zu konzentrieren. Aber vor so einer Scheidung und in der Trennungsphase weiß auch sie nicht so recht, wo es lang geht und muss nun weiter schauen. Auch für sie passt die Rolle des versöhnlichen und liebenden Hein nicht so richtig.
Gibt es also überhaupt eine Figur weltweit, die diese fürsorgliche Liebe des Hein gegenüber der Ilsebill darstellen kann? Vielleicht haben ja die charismatischen Christen in der rechtskonservativen Republikanerfamilie der USA mit ihrer Ansicht, dass der mächtigste Mann der Welt von Jesus gesalbt wurde, um die Welt zu retten Recht und wir sind kurz vor der Apokalypse? In der Geschichte warteten die Führer mit solchen religiösen Überzeugungen, die für gesunde Menschen wie Wahnvorstellungen gelten müssen, in ziemlich verzweifelten Situationen auf und beriefen sich auf höhrere Mächte. So kann man wahrscheinlich zumindest die Rolle der Ilsebill doch noch zu einer märchenhaften Erfüllung führen- sie will wie der liebe Gott sein! "Ich will, ich will, ich will!" rufend den Butt um das letzte große Wunder fordern, der dann die Ilsebill wieder in die Schranken weist und das Fischerehepaar an den Ausgangspunnkt ihrer Wunschreise zurückbeamt.
Das kollektive Gedächtnis ist schon was tolles! Nichts wird vergessen, wenn auch manchmal geschönt. Aber es zeigt uns, dass wir mit unseren Sorgen nicht die ersten auf der Welt sind.
13.3.26 Vor ein paar Tagen kam eine Freundin an der Gassmühle vorbei, im Auto und klagte über die momentanen Preise an den Tankstellen. Schon bis zu 20 ct mehr pro Liter sollte der Benzin- oder Dieselfahrer pro Liter löhnen. Es war der Montag nach dem Kriegsbeginn im Iran, bei dem die Allianz von Israel und den USA ohne UN-Mandat den Iran angegriffen haben und seitdem bis heute massiven Krieg führen. Die Folge war ein drastischer Anstieg der Rohölpreise.
So schlimm wie die Umstände sind- völkerrechtswidriger Angriff, Leiden der Bevölkerung, Auswirkungen auf die Region im Nahen Osten, auf die Weltwirtschaft, Flucht, Vertreibung, Trauer, Schmerz. Mit den Aufzählungen kann man nicht fertig werden. Krieg ist immer ein Verbrechen und kann keine Sicherheit und keinen Frieden schaffen. Aber das Ergebnis- die Auswirkungen weltweit in Bezug auf den Ölpreis- die gaben mir einen Anlass, neu über solche Themen nachzudenken.
Nicht auszusparen ist der Kanon der Meckerpötte. Wir hier in Deutschland- v.a. die ewig Unzufriedenen, die Jammer-Leute, die vor kurzem noch nach der Wiederaufnahme der Kohleverstromung riefen, die den Verbrenner als die einzige vernünftige Form der motorisierten Fortbewegung deklarierten, rufen nun nach staatlicher Regulierung des Ölpreises. Was ihnen gestern noch nur aus ideologischen Gründen lästig war, - saubere, nachhaltige und ökologische Energie - könnte heute genau betrachtet einen Großteil ihrer Kosten bei der Mobilität begrenzen. Ein Bericht aus der Wirtschaftsforschung heute morgen schildert die erfasste Nachfrage-Steigerung nach Elektroautos, und begründete diese mit der momentanen Preisentwicklung an den Tankstellen.
Mitten in die Situation schleudert Ursula van der Leyen die mit Asche beheftete Feststellung, der Ausstieg aus der Atomenergie sei ein Fehler gewesen. Man wolle fortan wieder Kernkraftwerke fördern. Was für eine Fehleinschätzung! Maßgeblich für die Entscheidung, von dieser teuren, gefährlichen und jahrtausenend lange strahlenden Endergieform zu lassen, war die Katastrophe von Fukushima. Parteiübergreifend, europa- und weltweit setzte ein Umdenken ein und ein breit konsentierter Entschluss unserer damaligen Regierung unter der CDU und Angela Merkel beschloss den Ausstieg, der konsequent und gesund war. Nun scheint einigen Menschen das Hemd wieder näher, als die Hose zu sein und man sehnt sich zurück nach subventionierter Energie, die unsere künftigen Generationen belastet und zudem hochgefährlich ist.
Warum nicht zumindest jeder, der ein eigenes Dach hat, eine eigene Stromproduktion aufbaut, die inzwischen nicht nur mehrwertsteuerbefreit, sondern auch noch erschwinglich ist, erschließt sich mir nicht. Ist es Geiz, Bequemlichkeit, oder einfach nur die mangelnde Fähigkeit, mit mathematischer Präzision die Vorteile neben den ökologischen und nachhaltigen Aspekten zu erkennen?
Wir kommen nicht an der Abkehr von schädlichen Energieformen vorbei. Wind, Sonne, Wasser liefern uns unendlich viel Energie, wir können sie nutzen. Wenn Probleme entstehen, sind diese meist hausgemacht- und lassen sich durch Konsens beseitigen. Einen sonnigen Tag!
In letzter Zeit häufen sich Krankheits- und Todesfälle in unserer Umgebung. Das gibt mir immer wieder zu Denken. Beim Sinnieren - bei der Gartenarbeit gelingt mir das immer am besten, oder wenn ich so im Workflow bin... - ist mir vor ein paar Tagen die Diskussion um die Wahrheit und den Streit vieler Menschen darum nicht aus dem Kopf gegangen. Meine persönliche - vorübergehende Erkenntnist dazu war folgende:
Der Tod beendet Glück. Der Tod beendet das Leiden, die Zuversicht. Er beendet unsere Wahrheiten, Zahlungsfristen, Strafverfolgung und er gilt für alle. Somit ist der Tod die einzige Form der Gerechtigkeit, die es auf dieser Erde gibt.
Wahrscheinlich ist es bitter, dass es erst einen so radikalen Abschied braucht, um Frieden zu finden. Keine Sorge- ich bin am Leben interessiert. Aber diese Erkenntnis schafft eine Endlichkeit, die auch eine Aussicht ist.
Seit 2011 haben wir uns dem Erstellen dieser Kulturstätte gewidmet. So mancher Tropfen Schweiß und Blut ist hier geflossen, und das Ergebnis hat sich sehen lassen. Inzwischen kann man vom ursprünglichen Zustand nicht mehr viel erkennen. Über die Bauzeit haben wir ein 20 minütiges Video auf unserem YouTube-Channel veröffentlicht. Wer mag und Zeit hat, hier klicken: https://youtu.be/U3eLzCM2rPo?si=4axFTB8cL7ZYvas6
Liebe Freunde der Gassmühle,
ich weiß, dass schon viel geschrieben wurde. Vielleicht geht es euch auch so: wir lesen viel, es gibt Kommentarfunktionen, man beteiligt sich an dem einen oder anderen Thema mit einem Kommentar und bekommt dann eine Nachricht dass jemand darauf reagiert hat. Voller Freude öffne ich den Kommentar und lese eine üble Beschimpfung, die scheinbar hemmungslos Wut auf meinen Bildschirm projiziert. Meine Freude weicht einem aufgeregten höheren Puls und Aufregung, gepaart mit Angst und Mahnung zur Vorsicht. Ich beabsichtige, nicht mehr auf solche Themen zu reagieren.
Was besonders schlimm daran ist: Die Kommunikation stirbt. In den sogenannten sozialen Medien (die sich allzu oft unsozial präsentieren, weil ihre Nutzer so sind, wie sie sind) findet keine authentische menschliche Kommunikation mehr statt. Es herrscht ein Kampf um die Wahrheit, das Durchbringen eigener Standpunkte und starke Polarisierung. Alles schädlich. Dumm nur, dass sich die Nutzer damit selbst schaden, ohne es zu merken. Sie ziehen sich in die Isolation zurück und werden dadruch nicht gesünder, sondern nehmen Schaden. Der Mensch als soziales Wesen braucht menschliche Begegnung.
Daher haben wir uns entschlossen, den Schwerpunkt unserer Meinungsäußerung nicht mehr in den inflationären Diskussionsmedien zu teilen, sondern hier auf der Webseite zum Besten zu geben. Wer mag, kann es abonnieren, immer wieder reinschauen und sich per whatsApp oder email bei uns melden und darauf reagieren. Das wird wenigstens "echt". Bis bald! Wir freuen uns.

